Band 1 des Zyklus Das Gefälle

Die Kurve war schön. Das war das Schlimmste daran.

Xerxes Benmoussa ist Ingenieur. Seit zwölf Jahren berechnet er, wann das Energienetz von Velun zu versagen beginnt. Dreihundertzwanzig Seiten, sieben Seiten Empfehlungen — weil die Lösung bekannt ist.

Er reicht den Bericht ein. Der Beamte ist freundlich, kompetent, vollständig überfordert. Nicht weil er dumm ist. Weil sein System keinen Behälter hat für eine Wahrheit, die fünfunddreißig Jahre dauert.

Velun ist eine funktionierende Demokratie. Die Institutionen arbeiten. Die Protokolle werden eingehalten. Niemand lügt. Niemand blockiert absichtlich. Das Netz wird trotzdem zusammenbrechen.

Xerxes erzählt nicht von einem Schurken, der etwas verhindert — sondern von einem System, das korrekt funktioniert und deshalb scheitert.

Der Roman folgt vier Figuren, deren Zeithorizonte sich nicht berühren: einem Ingenieur aus dem südlichen Sûrath, seiner Assistentin Lên, der Aktivistin Mira Tal und der Regionalpolitikerin Soranne Elt.

Dazwischen stehen ECHO-Kapitel: Stimmen ohne Protagonisten. Ein Haushaltsausschuss. Eine Pressemitteilung. Ein Archivar, der dreißig Jahre für niemanden geschrieben hat.

Der Roman ist in drei Phasen gegliedert — , Ân, Veth: Potential, Ausrichtung, Ziel. Das Wissen existiert. Es wird nicht gehört. Das Netz flackert. Niemand schaut hin.

Literarischer Roman · Deutsch · ca. 320 Seiten